Geschrieben am 01.07.2009 unter "Aktuelles aus Jena"
Wie beginnt man als Oppositionspartei einen Wahlkampfauftakt am wirkungsvollsten? Gewünschtes Ziel ist immer ein erhöhtes Medieninteresse und damit verbundene eine Aktion, die über mehrere Tage die Zeitungsspalten diverser Systemmedien füllt.
Nimmt man diese Einschätzung als Grundlage für die Bewertung des Wahlkampfauftaktes der Thüringer NPD, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, er war erfolgreich.
Als sich heute früh gegen 9Uhr neben dem Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Frank Schwerdt, auch noch ca. 15 weitere NPD-Mitglieder und Freunde unserer Partei versammelten, standen ihnen ungefähr 150 Gegendemonstranten gegenüber. Nicht umsonst wurde für den Wahlkampfauftakt die Stadt Jena gewählt. Nirgendwo anders sind die Reflexe der politischen Gegner so garantiert wie hier und nirgendwo anders in Thüringen bekommt man die gewünschte Öffentlichkeit. Garanten hierfür sind neben der Galionsfigur des „bürgerlichen Widerstandes“, der in Jena mittlerweile als „Ewig Reisender“ verspottete Dr. Johannes Albrecht Schröter, auch diverse Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre.
Bereits im Vorfeld der Kundgebung, welche unter dem Motto stand: „Wehret den Anfängen - Überfremdung und Islamismus stoppen!“, wurde eine ausreichende Öffentlichkeit hergestellt und die Medien kolportierten dankbarer Weise auch noch die Botschaft, welche übermittelt werden sollte.
Trotz der großen Zahl der „Gegendemonstranten“ konnte die eigentliche Veranstaltung ohne große Probleme durchgeführt werden. Lediglich beim Abmarsch musste einen die eigenwillige Polizeitaktik verwundern, welche den weitesten Weg wählte, um die Teilnehmer zu ihren Autos zu eskortieren. Angekommen im Parkhaus der „Neuen Mitte“ passierte das, womit man eigentlich schon gerechnet hatte und wofür der „bürgerliche Widerstand“ in Jena auch bekannt ist. Man blockierte die Ausfahrt der Tiefgarage, auch wenn der weiterführende Erfolg der Aktion unklar war. Mittlerweile war die Zahl der Blockierer auf fast 300 angestiegen, wobei man sich hier die Frage stellen muß, ob die Leute keiner geregelten Arbeit nachgehen oder eventuell ihr Studium nicht so ganz ernst nehmen. Was sich allerdings immer wieder zeigte, dass sich unter die „bürgerlichen Blockierer“ einige stadtbekannte gewaltbereite Autonome gemischt hatten, die wohl auch aufgrund der guten Witterungsverhältnisse auf das übliche Schwarz verzichteten.
Kurz nach 11Uhr gelang es der Polizei schließlich die Blockade zu brechen und einen Großteil der Jenaer Teilnehmer fuhr weiter nach Erfurt, um dort unter dem gleichen Motto eine Kundgebung abzuhalten.
Resümee der Polizei für den heutigen Tag sind eine Gewahrsamnahme und fünf Anzeigen. Diese Zahlen machen wieder einmal deutlich, was für eine Klientel Schröter und Konsorten in unserer Stadt hofieren. Während Schröter im Anschluß der Veranstaltung bedauerte, dass die Grundlage für ein Veranstaltungsverbot nicht gegeben war, artikulierten sich seine Mitstreiter mit tierischem Gebaren und entledigten sich permanent ihrer Mundsekrete.
Dass die 300 Blockierer heute noch lange nicht die Meinung der Jenaer Bürger wiedergeben, machen die zahlreichen Solidaritätsbekundungen, welche uns in den letzten Tagen zugingen, deutlich. So enthielt ein Brief folgende Zeilen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
leider kann ich nicht zu Ihrer Mahnwache kommen. Ich bin beruflich an die Universität gebunden und würde so meine Arbeit verlieren. Ich finde den Sinn der Veranstaltung jedoch richtig und gut. Deshalb möchte ich Sie beglückwünschen und hoffe, daß Sie so weitermachen.
Mit freundlichen Grüßen
Name der Redaktion bekannt
Wie nicht anders zu erwarten, monieren bereits die ersten Blockierer den „zu harten Polizeieinsatz“. Schaut man sich aber bspw. das Video von Jena TV an, weiß man warum die Polizeikräfte mit der gebotenen Härte an die Sache heran gegangen sind. Besonders beeindruckend dürfte jedoch die Argumentationsweise bei Minute 2:55 sein, denn welchen Sinn macht es, gegen ein fahrendes Auto zu springen? Vielleicht sollten das einmal die Bürger Jenas unseren Oberbürgermeister fragen, aber der ist bald wieder auf Reisen. Wohin fragen Sie ihn am besten selber und auch, wie er seine ganzen Reise finanziert.